1920

Gründung der «Kinderstube» als Durchgangsheim durch den Gemeinnützigen Frauenverein, Kt. Luzern. Die «Kinderstube» befindet sich in einer Dreizimmer-Wohnung im alten Stadtspital (jetzt Areal der Stadtpolizei Luzern). Betreuung von Kindern alleinerziehender Mütter welche berufstätig sein mussten.

 

1929

Umzug an den Stadtrand auf die Hubelmatt, wo die Stadt ein Zweifamilienhaus zur Verfügung stellte. Die Kinderstube entwickelte sich zu einem Dauerheim mit 22 Plätzen, in welchen die Kinder nicht mehr nur Tageweise sonder für längere Zeit oder sogar dauernd untergebracht wurden.

 

1940

Verschiedene Ausbauarbeiten vergrösserten das Platzangebot auf 30 Kinder. Die Kinder sind nach wie vor in Mehrbettzimmern untergebracht und die Platzverhältnisse sind bescheiden.

 

1955

Der Dachstock musste auf feuerpolizeiliche Verfügung geräumt werden, wodurch erneut Platzmangel entstand. Die Anzahl Kinder wurde aber beibehalten, was wiederum die Platzverhältnisse noch prekärer werden liess.

 

1959

Der Souverän der Stadt Luzern bewilligte den geplanten Erweiterungsbau eines neuen Wohn- und Schlaftracktes mit einer Verbindungshalle zum bereits bestehenden Altbau. Die Kinderstube Hubelmatt konnte nun ca. 40 Kinder unter allgemein verbesserten Platzbedingungen aufnehmen. Die Kinderstube Hubelmatt war bestrebt, sich den neuen Entwicklungen in der Heilpädagogik anzupassen, was, bedingt durch mehr und besser ausgebildetes Personal, immer mehr finanzielle Mittel erforderte.

 

1979

Aus finanziellen Gründen sieht sich der Gemeinnützige Frauenverein des Kantons Luzern (als bisher einzige Trägerin!) gezwungen, eine breiter abgestützte Trägerschaft anzustreben. Mit der initiativen und tatkräftigen Hilfe von Privatpersonen und durch die Gründung des «Verein Freunde des Kinderheim Hubelmatt» wurden die dazu notwendigen Voraussetzungen geschaffen.

 

1981

Gründung der «Stiftung Kinderheim Hubelmatt» Luzern mit privat- und öffentlich-rechtlichen Institutionen. Durch eine breit abgestützte Finanzierung konnte damit 32 Kindern ein weiterer Aufenthalt gesichert und dem Personal zeitgemässe Anstellungsbedingungen angeboten werden.

 

1985

Das Kinderheim wurde als sozialpädagogisches Wohnheim mit seinem Platzangebot von nun 20 Plätzen durch das Bundesamt für Justiz (BJ) anerkannt. Oscar Mathis wurde als Heimleiter gewählt.

 

1987

Der Kanton Luzern anerkannte das Kinderheim Hubelmatt als Institution gemäss Heimfinanzierungsgesetz (HFG), was die Finanzierungsprobleme massiv abschwächte. Der Kanton Luzern übenahm ein allfälliges Restdefizit.

 

1996

Die Stiftung Kinderheim Hubelmatt übernahm die Liegenschaft im Baurecht. Dank der grosszügigen Unterstützung durch die Stiftung, dem Verein Freunde des Kinderheimes Hubelmatt und durch den Bund, konnte mit den dringend nötigen Renovations- und Umbauarbeiten begonnen werden. Der Umbau ermöglichte eine Erweiterung auf 24 Plätze.

 

2001

Das überarbeitete Rahmenkonzept und der angepasste Stellenplan wurde durch das Kantonale Sozialamt Luzern bewilligt.

 

2003

Im Rahmen der Überarbeitung der Besoldungsverordnung des Kantons Luzern wurden der Stellenplan und die Saläre aller Mitarbeitenden durch das Sozial- und das Personalamt des Kantons Luzern überprüft. Aufgrund der Ausgabenbremse, welche vom Regierungsrat des Kantons Luzern beschlossen wurde, musste das Budget für 2004 gekürzt werden. Oscar Mathis gab die Heimleitung nach 18-jähriger Tätigkeit an Andreas Grütter ab.

 

 

2004

Es fanden erste Verhandlungen mit dem Kantonalen Sozialamt statt. Ziel ist es, per 2006 Leistungsvereinbarungen abzuschliessen. Gleichzeitig verhiess das Sparpaket nichts Gutes. Alle HFG Institutionen wurden dazu aufgefordert, im Budget 2005 5% und im Budget 2006 nochmals 3% des budgetierten Aufwandes einzusparen. Gleichzeitig überprüfte das Bundesamt für Justiz (BJ) die Anerkennung als Justizheim und stellte in Aussicht, diese nicht mehr zu verlängern. Zusätzlich brachte die Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung (NFA) einiges an Unsicherheit mit sich, da nicht abzuschätzen war, was die Auswirkungen sein werden.

 

2006

Die Aberkennung des Kinderheimes Hubelmatt durch das Bundesamt für Justiz wurde definitiv, nachdem mit dem Kanton Luzern eine schriftliche Vereinbarung in Bezug auf die Übernahme der Kosten erfolgt war. Das Kinderheim Hubelmatt positionierte sich dadurch klar als sozialpädagogisches Wohnheim mit ausgeprägtem Integrationskonzept. Die Kinder und Jugendlichen verbrachten die Wochenenden und Schulferien bei den Eltern oder in Kontaktfamilien. Die Ausarbeitung der Leistungsvereinbarungen durch den kanton Luzern nahm mehr Zeit in Anspruch als geplant. Der Zeitplan verschob sich dadurch um ein Jahr.

 

 

2007

Die Leistungsvereinbarungen wurden erstmals verhandelt. Das Kinderheim Hubelmatt integrierte neue Angebote in die Verhandlungen. Es waren dies die individuelle Nachbetreuung und die intensive, zielgerichtete Arbeit mit den Herkunftssystemen der Kinder und Jugendlichen.

 

2008

Das erste Jahr mit der Leistungsvereinbarung brachte einige neue administrative Abläufe mit sich. In Zusammenarbeit mit der Kompetenzorientierten Familienarbeit (KoFa) konnte ein Kind in die Familie zurückplatziert werden. Auch in Zusammenarbeit mit dem Institut für Heilpädagogik (IHP) wurde eine Rückplatzierung realisiert. Zusätzlich konnten zwei junge Erwachsene individuell umplatziert oder durch die vertrauten Bezugspersonen nachbetreut werden. Die neuen Angebote bewähren sich im Alltag sehr gut. Der Verein Freunde des Kinderheims Hubelmatt wurde aufgelöst, die Aufgaben und Verpflichtungen an die Stiftung Kinderheim Hubelmatt übertragen.

 

2009

Die Angebote individuelle Rückplatzierung und Nachbetreuung bewährten sich im Alltag. Aufgrund der finanziellen Situation im Kanton Luzern wurden uns für diese Leistungen keine zusätzlichen Gelder bezahlt. Die Mitarbeitenden hielten die Angebote im Rahmen der bisherigen Stellenprozente aufrecht. Nach dem erarbeiten des neuen Leitbildes, wurde das neue sozialpädagogische Konzept in einem Basisdemokratischen Prozess mit allen Mitarbeitenden erarbeitet. Im Rahmen der Qualitätssicherung wurde eine Management Review eingeführt.

 

2010

Das neue sozialpädagogische Konzept wurde eingeführt. Der Spielplatz konnte neu gestaltet werden. Die Spielhalle konnte mit der Unterstützung einer Stiftung und der jungen Wirtschaftskammer saniert werden. Die Leistungsvereinbarung für 2011 wurde verhandelt. Die Zusammenarbeit mit der DISG erlebten wir als konstruktiv, obwohl seitens Parlament und Regierung Kürzungen im Bereich SEG angekündigt sind. Die bevorstehende Einführung der integrierten Förderung (IF) und integrierte Sonderschulung (IS), sowie die damit einhergehende Aufhebung der Kleinklassen machten uns Sorgen. Die ganze IT Infrastruktur wurde mit der Dienststelle Informatik (DIIN) des Kantons Luzern neu aufgebaut und zusammen mit Titlisblick und Wäsmeli integriert.

 

2011

Die Integration der leistungsschwachen Schüler/innen gelang nach anfänglichen Unsicherheiten. Leitbild und sozialpädagiogisches Konzept bewährten sich. In Zusammenarbeit mit der Fachstelle Limita aus Zürich erarbeiteten wir in einem partizipativen Prozess das Konzept zur Prävention von sexuellen Übergriffen. Die formulierten fachlichen Standards und der von allen Mitarbeitenden unterschriebene Verhaltenkodex schafften auf allen Ebenen viel Sicherheit und wurden von der DISG und auch von Limita als beispielhaft bezeichnet.

 

2012

Das seit 8 Jahren bestehende Konzept der Kontaktfamilien, in welchen Kinder und Jugendliche an Wochenenden und in Schulferien betreut werden, sofern die Betreuung nicht durch die Herkunftsfamilien sichergestellt werden kann, bewährte sich sehr. Dies führte dazu, dass wir zwölf Familien schulen und begleiten. Im Rahmen der Rezertifizierung durch ArgeQ wurde unser Q- System und die "gelebte Qualität" im Rahmen eines Aufsichtsbesuches durch die DISG überprüft und für sehr gut befunden. Die Integration von leistungsschwachen Schüler/innen gelang mit Unterstützung von IF und IS. Die Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen und Schulleitungen bewährte sich seit Jahren.

 

2013

Die Flexibilisierung der Angebote, sowie die Orientierung am Bedarf der Kinder und Jugendlichen und den Familien führte dazu, dass sich die Angebote immer weiterentwickelten und individuell angepasst werden konnten. Die Finanzpolitik des Kantons Luzern führte dazu, dass keine kostendeckenden Tagespauschalen bezahlt werden. Mit optimalem Einsatz der Mittel konnte die Hubelmatt die Fachpersonalquote behalten und zusammen mit dem Titlisblick und dem Wäsmeli eine neue Heimsoftware (ECase) einführen. Mit der finanziellen Unterstützung durch eine Stiftung konnte ein zusätzliches Sitzungszimmer realisiert werden. Die Nachfrage für Betreuung an Wochenenden und in Schulferien durch Kontaktfamilien machte es nötig,  eine Stellenerweiterung in diesem Bereich zu diskutieren.

 

2014

Im Rahmen der Organisationsentwicklung wurde eine Erweiterung der Angebote im Bereich Kontaktfamilien geprüft. Auf Antrag der Geschäftsleitung bewilligte der Stiftungsrat eine neue Teilzeitstelle, welche die Kontaktfamilien sucht, abklärt und begleitet. Die Finanzierung konnte für das erste Jahr durch eine Stiftung sichergestellt werden. Der Kanton Luzern bezahlte nach wie vor keine kostendeckende Tagespauschale. Neben den zahlreichen Ausbildungsplätzen für Sozialpädagog/innen bot die Hubelmatt bereits im dritten "Durchgang" einen Ausbildungsplatz für Hauswirtschafterin EBA an.

 

2015

Die neu geschaffene Fachstelle Kontaktfamilien erarbeitete die im Rahmen der verbindlich eingeführten Pflegekinderverordnung (PAVO) nötigen Unterlagen und Abklärungen. Die Anzahl an Kontaktfamilien nahm wiederum zu und alle verfügten über die nötigen Pflegeplatzbewilligungen. Eine interne Evaluation zeigte, dass die Fachstelle nicht mehr wegzudenken ist! Aufgrund von Anfragen aus anderen Institutionen nach Platzierungsmöglichkeiten in Kontaktfamilien bewarb sich die Hubelmatt als Familienplatzierungs Organisation (FPO) beim Kanton Luzern.

 

2016

Ein Rückgang der Anfragen hielt im ersten Quartal des Jahres an. Daher wurde entschieden, dass bisherherige Aufnahmealter von max. 12 auf 16 Jahre anzuheben. Mit diesem Schritt und weiteren Anfragen konnten die freien Plätze rasch belegt werden. Kurz vor Abschluss des Schuljahres 2015/2016 nahmen die Anfragen zu. Ab August 2016 wurde die Hubelmatt offiziell als FPO anerkannt. Es ist durchaus denkbar, dass dieser Bereich in Zukunft ausgebaut werden wird. Auf 2017 wurden erweiterte Öffnungszeiten und erweiterte Angebote in der Sozialpädagogischen Familienbegleitung geplant.